So geht Energiewende: Konzerne und Bürger einigen sich auf Stromtrasse

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Hamburg –  Überraschend haben sich am gestrigen Abend Vertreter der Energiewirtschaft und mehrerer Bürgerinitiativen auf einen exakten Verlauf der seit langem umstrittenen Stromtrasse „Sued-Link“ geeinigt. Die neue Stromtrasse wird benötigt, um Strom aus Windenergie von Norddeutschland in den Süden zu transportieren.

Sofort nach der Bekanntgabe des ersten Planungskorridors waren zahlreiche lokale Bürgerinitiativen gegründet worden, um die betroffenen Gegenden vor Elektrosmog und ästhetischer Beeinträchtigung durch Strommasten zu bewahren. „Wir sind ja für die Energiewende, aber muss man ausgerechnet hier vor unserer Haustür wenden?“ fragte damals ein aufgebrachter Aktivist den NN-Reporter. Auf der Betreiberseite waren hohe Leitungsverluste und explodierende Baukosten durch einen von den Bürgerinitiativen erzwungenen Zickzackverlauf der Stromtrasse die Hauptsorge.

Erneuerbare Energie in Deutschland

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Jetzt verkünden Planer und Umweltschützer stolz:

„Den Skeptikern zum Trotz ist es eben doch möglich, eine Stromtrasse zu bauen, ohne dabei Nistplätze von Mauerseglern oder den Lebensraum der grünen Keiljungfer zu beeinträchtigen. Und das in direkter Luftlinie!“ 

Tatsächlich: Das Unmögliche ist geschafft. Die beinahe schnurgerade Trassenplanung verläuft nun von Wilster in Schleswig-Holstein per Seekabel in Richtung Norden. Sie passiert die Norwegische Westküste, das ewige Eis des Nordpols, den kompletten Pazifischen Ozean und die Antarktis bis Kapstadt. Von dort führen oberirdische Stromkabel ein kurzes Stück über das afrikanische Festland bis nach Marokko, über die Straße von Gibraltar und schließlich nach München.

Berechnungen haben ergeben, dass diese rund 45.000 km lange „Nordroute“ um 60% kürzer ist als der zunächst präferierte Verlauf von der Nordsee Richtung Süden, der sämtliche deutschen Nistplätze und Landschaftsschutzgebiete umgehen sollte.